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Wie Automatisierung den Engpass entschärfen kann: Mehr als 5.000 Schweißer fehlen in Deutschland – Teil 1
von Stefan Hauck, Marketing Manager

Stefan Hauck
Factory Solutions Marketing Manager
Panasonic Connect Europe
Während in einigen Branchen durch AI gerade Arbeitskräfte freigesetzt werden, kommt der Fachkräftemangel in anderen Bereichen erstmalig so richtig und auch schmerzhaft an. Besonders betroffen ist die Schweißtechnik: Allein im Bereich MAG-Schweißen fehlen in Deutschland aktuell über 5.000 qualifizierte Fachkräfte laut einer aktuellen Studie, die das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung am IW Köln vorgestellt hat.
Die Aussichten geben keinen Anlass zur Hoffnung: In den kommenden Jahren gehen vermehrt erfahrene Kollegen in den Ruhestand, also wird die Lücke vermutlich noch größer.
Automatisierung statt Ersatz: Schweißer gezielt entlasten
Schweißfachkräfte verbringen häufig einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit mit wiederkehrenden und standardisierten Aufgaben verbringen. Genau hier liegt ein großes Potenzial für die Automatisierung.
Bei der Einführung von Schweißrobotern geht es heute längst nicht mehr darum, den Menschen vollständig zu ersetzen. Vielmehr werden qualifizierte Mitarbeiter dort eingesetzt, wo ihr Know-how den größten Mehrwert liefert.
Wiederkehrende Schweißnähte, Serienbauteile oder ergonomisch belastende Arbeiten können von Robotersystemen übernommen werden. Der Schweißer wird dabei zum Prozessverantwortlichen, Programmierer oder Anlagenbediener und kann mehrere Fertigungsprozesse gleichzeitig überwachen.
Dadurch lassen sich:
- Fachkräfteengpässe entschärfen
- Durchlaufzeiten reduzieren
- Schweißqualität standardisieren
- Nacharbeit minimieren
- Produktionskapazitäten erhöhen
Eine der technologisch ausgereiftesten Lösungen in diesem Bereich ist das TAWERS-Konzept von Panasonic.
TAWERS: Wenn Roboter und Schweißstromquelle eins werden
TAWERS steht für „The Arc Welding Robot System“ und verfolgt einen einzigartigen Ansatz: Die Robotersteuerung und die Schweißstromquelle werden in einem System miteinander verschmolzen. Dadurch kommunizieren alle Komponenten – Roboter, Drahtvorschub und Schweißprozess – praktisch verzögerungsfrei miteinander. Laut Panasonic erfolgt die Kommunikation bis zu 250-mal schneller als bei herkömmlichen Systemarchitekturen.
Das Ergebnis sind besonders stabile Schweißprozesse mit hoher Wiederholgenauigkeit und einer Vielzahl intelligenter Funktionen wie:
- automatische Drahtabstandsregelung
- Schweißdatenüberwachung
- Kollisionserkennung
- spezielle MAG- und Puls-MAG-Prozesse
- reduzierte Spritzerbildung
- verbesserte Nahtqualität
TAWERS unterstützt dabei verschiedenste Schweißverfahren, darunter MIG, MAG und Puls-MAG Schweißen.
Schlüsselfertige Roboterzellen für den schnellen Einstieg
Besonders interessant für mittelständische Unternehmen ist die Möglichkeit, TAWERS-Technologie in komplett schlüsselfertigen Roboterzellen einzusetzen.
Unsere Partner entwickeln und realisieren individuelle Automatisierungslösungen für Schweiß- und Handhabungsanwendungen auf Basis der Panasonic-Technologie. Dadurch erhalten Unternehmen eine vollständig integrierte Lösung aus:
- Robotertechnik
- Schweißsystem
- Positionierern
- Sicherheitskonzept
- Software und Programmierung
- Inbetriebnahme und Schulung
Der Einstieg in die Robotik wird dadurch deutlich einfacher, als viele Unternehmen zunächst vermuten. Häufig können bestehende manuelle Prozesse schrittweise automatisiert werden, ohne die gesamte Fertigung umzustellen.
Auch große Schweißbaugruppen lassen sich automatisieren
Ein häufiges Vorurteil lautet, dass Roboterschweißen nur bei kleinen Serien oder kompakten Bauteilen wirtschaftlich sei. Moderne TAWERS-Anlagen zeigen jedoch, dass sich auch große und komplexe Schweißkonstruktionen erfolgreich automatisieren lassen.
Ein aktuelles Praxisbeispiel liefert der Anlagenbauer STADLER. Das Unternehmen fertigt Recycling- und Sortieranlagen mit teilweise sehr großen Schweißbaugruppen. Viele Komponenten wurden lange Zeit manuell geschweißt, was zu hohen Durchlaufzeiten und begrenzter Flexibilität führte.
Mit mehreren TAWERS-Schweißrobotersystemen konnten nicht nur bestehende Robotersysteme modernisiert, sondern auch bisher manuell ausgeführte Schweißarbeiten automatisiert werden. Besonders wichtig war dabei die Fähigkeit, unterschiedlich große Bauteile effizient zu bearbeiten. Die integrierte Schweißstromquelle, die breite Prozessvielfalt und die flexible Systemarchitektur ermöglichten eine deutliche Steigerung von Produktivität und Skalierbarkeit.
Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass Roboterschweißen heute weit über klassische Serienfertigung hinausgeht.
Fazit: Fachkräftemangel aktiv begegnen
Der Mangel an qualifizierten MAG-Schweißern wird die deutsche Industrie auch in den kommenden Jahren begleiten. Unternehmen, die ihre Produktionssicherheit langfristig gewährleisten möchten, kommen deshalb kaum an Automatisierungslösungen vorbei.
Mit dem Panasonic TAWERS-Konzept steht eine Technologie zur Verfügung, die Schweißprozess und Robotik intelligent miteinander verbindet. In Kombination mit schlüsselfertigen Roboterzellen unserer Partner können Unternehmen bestehende manuelle Schweißprozesse schrittweise automatisieren, Fachkräfte gezielt entlasten und gleichzeitig Qualität sowie Produktivität steigern.
Gerade in Zeiten knapper Personalressourcen wird Roboterschweißen damit nicht nur zu einer technischen, sondern vor allem zu einer strategischen Investition in die Zukunft der Fertigung.
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